Umgang mit Entscheidungen

Auch und gerade in der Corona-Krise

Wir treffen jeden Tag eine Vielzahl an Entscheidungen. Dabei fallen uns die einen leichter als die anderen. Manche Entscheidungen werden aus dem Unterbewusstsein getroffen und von uns als solche gar nicht mehr wahrgenommen.

Es gibt viel Entscheidungen, von denen sehr viel abhängt. Bewundernswert sind die Menschen, die anscheinend immer wissen, was zu tun ist, während andere in der Situation noch zögern.

Ein gesundes Selbstbewusstsein gehört sicherlich mit zur Entscheidungsfreudigkeit. Denn wer Entscheidungen trifft, gerät auch schnell in Kritik. Nach der Entscheidung kommen häufig die immer Besserwissenden mit den schlauen Sätzen: „Das hätte ich Dir gleich sagen können!“, „Das ist doch klar, dass dies so nicht funktioniert!“, „Hättest Du mal besser auf die anderen gehört!“ usw.

Wer eine Entscheidung trifft, der hat eine Option – also aus freiem Willen, eine freie Wahl – getroffen, aus zwei oder mehreren Alternativen. Klar, wer eine Entscheidung trifft, der kann auch falsch liegen. Doch wer sich „scheidet“, der trennt sich von etwas. In diesem Falle fällt zu Gunsten einer Möglichkeit eine Auswahl. Im Normalfall ist davon auszugehen, dass eine Entscheidung so getroffen wird, dass sie zum Wohle des Umfelds getroffen wird. Doch es kann auch vorkommen, dass eine Entscheidung nicht zum gewünschten Erfolg führt. Dann bleibt immer noch die Möglichkeit, Korrekturen vorzunehmen.

Es ist gut, wichtig und auch richtig Entscheidungen zu treffen. Das ist manchmal aber extrem schwierig. Vor allem in schwierigen und unangenehmen Situationen scheuen wir Menschen Entscheidungen wie der Teufel das Weihwasser. Das liegt vor allem an unserer Physis. Wenn wir uns nicht wohl fühlen, also in stressigen Situationen gefangen sind, dann wollen wir lieber in einer Art Schockstarre verharren. Einfach abwarten… Alle Möglichkeiten exakt evaluieren… Nur der Faktor Zeit spielt schon eine wesentliche Rolle bei allen Entscheidungen. Wir können Entscheidungen nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag aufschieben.

Um Entscheidungen treffen zu können, sind mehrere Faktoren nötig. Zum einen ist die Lebenserfahrung ein wichtiger Ratgeber. Mit den Erfahrungen, die ein Mensch im Leben sammelt – und auch durch Übung, Lesen oder Gespräche – können schneller Entscheidungen getroffen werden. Auf der Grundlage des ständigen und wiederholten Übens basieren Feuerwehr- und Rot-Kreuz-Übungen, an nachgestellten Situationen. Durch das Üben lernt das Team wer welche Handgriffe durchzuführen hat, was es zu beachten gilt und was getan werden muss. Im Einsatz können dann diese Handgriffe schnell abgerufen und umgesetzt werden.

Aber es gibt auch Situationen, die kann man nicht trainieren, weil sie in dieser Art noch nicht dagewesen sind. Hier ist es gut, wenn Entscheidungen mit Hilfe und Argumenten eines Teams besprochen und abgewogen werden können. Das Team zeigt hier Pro und Contra auf, die dann zu einer Entscheidung führen. Wichtig ist auf jeden Fall, auch Meinungen zuzulassen, die nicht der eigenen Denkweise entsprechen. Denn diese Meinungen können auf Hindernisse hindeuten, die auf Grund der eigenen Erfahrung nicht bedacht werden. Entscheidungen sind keine Probleme, die es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt. Und aus dieser Erfahrung können wir dann wieder neue Schlüsse, neue Entscheidungen treffen, die sich auf unserem Habenkonto der Lebenserfahrung niederschlagen.

Wichtig hierbei sind die zwei völlig unterschiedlichen Denkweisen, die wir Menschen je nach Prägung und Situation anwenden, um Entscheidungen zu treffen. Beim divergenten Denken beschäftigt man sich offen, unsystematisch und experimentierfreudig mit einem Thema oder Problem. Das divergente Denken ist das Gegenstück zum konvergenten Denken. Konvergentes Denken beschreibt das gewöhnliche, lineare, streng rational-logische Denken.

In schwierigen und/oder unangenehmen Situationen oder Aufgaben spielen sowohl divergentes Denken als auch konvergentes Denken eine Rolle. Kreativitätstechniken und Kreativitätsprozessmodelle versuchen, durch Berücksichtigung beider Denkstile neue, kreative aber auch umsetzbare Ideen zu fördern. Divergentes und konvergentes Denken sind völlig gegensätzlich. Sie ergänzen sich auf der eine Seite, können aber auf der anderen Seite nie gleichzeitig durchgeführt werden.

Lernen wir also Entscheidungen zu treffen, sie gemeinsam zu tragen, sie umzusetzen, dabei immer wieder den eingeschlagenen Weg neu zu be- und überdenken, bis das Ergebnis vorliegt, was angestrebt ist.

Und ganz wichtig: Lernen wir aufzuhören mit den ewigen Schuldzuweisungen. Sie bringen einen selber und die Gesellschaft nicht weiter. Stellen wir doch lieber kritische Fragen, die uns alle weiterbringen: als Mensch, als Gesellschaft. Und vor allem: Bleiben Sie mutig und treffen Sie auch weiterhin Entscheidungen. Denn wer keine Entscheidung trifft, der hat schon verloren.

Epilog:
Wenn Du Entscheidungen triffst, dann denke nie, gedacht zu haben, denn das Denken der Gedanken ist gedankenloses Denken. Denn wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur du denkst, aber richtig denken tust du nie!

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