Mut zum Klartext

Wer überzeugen möchte, muss auf den Punkt kommen und Mut zum Klartext haben. Es bringt beiden Seiten wenig, wenn Sachverhalte nicht deutlich angesprochen werden. Wie kommunizieren Sie? Ist „Mut an Bord“ oder doch lieber „Von hinten durch die Brust ins Auge“ oder „Durch die Blume?“

Statt zu sagen, was uns stört, schweigen wir doch lieber weil es einfacher ist. Denn unsere Sorge: Es hat negative Folgen für uns, wenn wir Klartext reden. Doch von alleine lösen sich sehr selten Probleme. Wenn wir in der Kommunikation miteinander einige Regeln beachten, führt eine offene Diskussion nicht zu Konflikten und Spannungen, sondern neuen Lösungen. Im Folgenden will ich Ihnen gerne 10 Schritte zur erfolgreichen Direttissima-Kommunikation mit auf den Weg geben.

Schritt 1= Kommunizieren Sie mit Bedeutung
In der Kommunikation geht es nicht ums „Reden“, sondern um die Verständigung zweier Individuen. Sinnlose Inhalte in sämtlichen Details auszuführen, beweist kein Kommunikations-Talent. Es geht darum, mit Bedeutung zu kommunizieren.

Schritt 2= Denken Sie erst nach, bevor Sie sprechen
Ein Gespräch läuft aus dem Ruder, ein Konflikt entsteht. Der Grund hierfür sind häufig unbedachte Worte, die schnell ausgesprochen, aber ungründlich durchdacht sind. Missverständnisse entstehen mit einem Fingerschnips – oder in diesem Fall durch ein falsches Wort. Die Devise lautet: Vorbereitung ist bereits die halbe Kommunikation Diese Vorbereitung benötigen Sie aus zweierlei Gründen: Zum einen können Sie nur so unnötige Missverständnisse und Kontroversen vermeiden. Zum anderen können Sie nur so Ihr Publikum sicher überzeugen.

Schritt 3= Gehen Sie auf Ihr Gegenüber ein
Jede Kommunikation besteht aus mindestens zwei Gesprächspartnern. Wenn Sie also kommunizieren, tun Sie das nicht zu sich selbst, sondern zu Ihrem Gegenüber. Eine wirksame Kommunikation setzt voraus, dass Sie sich dessen bewusst sind und die Art Ihrer Kommunikation entsprechend adaptieren. Hier müssen Sie Empathie und Anpassungsfähigkeit beweisen. Im Idealfall haben Sie die Möglichkeit sich vor einer Unterhaltung auf Ihren Gesprächspartner einzustellen. Das heißt, Sie bereiten sich vor und ziehen Schlüsse über seine Denk- und Verhaltensweisen. Mit diesen Informationen gelingt es Ihnen nun deutlich einfacher, die Richtung der Kommunikation zu lenken.

Schritt 4= Kommunizieren Sie auf Augenhöhe
Auf Augenhöhe mit dem Gegenüber zu kommunizieren, verlangt Empathie und Verständnis. Während Diskussionen geht dieses Verständnis schnell verloren. Es entstehen zwei Parteien, die krampfhaft Ihren Standpunkt vertreten wollen und dabei keine andere Meinung zulassen.
Betrachten Sie Ihr Gegenüber nicht als Streitgegner, sondern als Streitpartner. An einem Partner können Sie wachsen, er arbeitet nämlich nicht gegen Sie.

Schritt 5= Kommen Sie auf den Punkt
Beim sogenannten „Elevator-Pitch“ stehen Geschäftsleuten für die Vorstellung einer erfolgreichen Idee oder eines neuen Angebots lediglich 60 Sekunden zur Verfügung. Sie haben also nur eine Minute Zeit, einen potentiellen Kunden für sich zu gewinnen Ganz schön schnell muss es da gehen, hat man doch so viel zu sagen. In diesem Fall liegt die Kunst in der Prägnanz. Kürze ist mitunter ausschlaggebend, um Ihr Gegenüber zu überzeugen. Lange, ausgeschmückte Erzählungen kommen nur selten gut an.

Schritt 6= Bleiben Sie bei der Wahrheit
Es ist eine altbekannte Weisheit, dass Lügen immer aufgedeckt werden und nur die Ehrlichkeit am Ende siegt. Lügen gehören zum Alltag, wir alle haben schon einmal gelogen und werden es vermutlich auch wieder tun. Notlügen verhelfen uns aus Zwickmühlen, unangenehme Situationen werden mit kleinen Unwahrheiten und ohne größere Einbußen überstanden. Gelangt eine Lüge jedoch ans Tageslicht, sind Ihre Konsequenzen meist verheerend.

Schritt 7= Nutzen Sie Feedback zur Optimierung
Verbesserung kann nur erzielt werden, indem Verhalten stetig überprüft wird. Dazu wird Rückmeldung benötigt. Diese Rückmeldung kann durch Selbstreflexion erfolgen. Noch bedeutender ist jedoch, die Reaktion, die wir von außen erhalten: das sogenannte Feedback.

Schritt 8= Setzen Sie Ihre Stimme bewusst ein
In der Kommunikation arbeiten wir viel an unserer Ausdruckweise. Diese verbessern wir stetig durch immer neue Impulse. Doch die Ausdrucksweise umfasst nicht nur die Wortwahl. Bei der Wahrnehmung des Gegenübers spielt die Betonung eine maßgebliche Rolle.
Beispiel: Irrtümer entstehen auch durch die Wahl des falschen Tons. Dieser muss nicht einmal mit Absicht herbeigeführt werden. Unsere aktuelle Stimmlage beeinflusst häufig unbewusst unsere Tonlage. Diese kommt unter Umständen nicht immer gut bei Außenstehenden an. Sie können Worte hart oder herzlich formulieren, schroff oder sanft betonen. Mit der richtigen Stimmlage können Sie es schaffen, Menschen zu motivieren oder zu beruhigen. Sie vermitteln Sicherheit oder Selbstbewusstsein.
Fazit: Machen Sie sich der Wirkung Ihrer Stimme und der Konstellation, in der Sie diese einsetzen, bewusst und nutzen Sie Ihre Stimme als Instrument zur richtigen Kommunikation.

Schritt 9= Machen Sie es interessant
In der Kommunikation gibt es kaum etwas Schlimmeres, als nicht gehört zu werden. Zu oft schreiben wir dafür die Schuld den anderen zu. Dabei kann jeder selbst beschließen, gehört zu werden. Dies wird nämlich maßgeblich durch die ganz persönliche Modalität der Präsentation entschieden. Um das Interesse der Zuhörerschaft nicht zu verlieren, benötigen Sie Raffinesse. Aufmerksamkeit erhalten Sie vor allem dann, wenn Sie etwas interessant gestalten.

Schritt 10= Nutzen Sie die Macht der Sprache
Gewöhnlichkeit langweilt. Dieser Leitsatz steht auch in der Kommunikation an oberster Stelle. Denn auch hier neigt der Mensch gerne zur Routine. Bedienen Sie sich nicht immer der vertrauten Angebote Ihres Wortschatzes. Wagen Sie Neues und machen Sie so Ihre Kommunikation lebendiger.

 

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